Adresse & Anfahrt

Helms-Museum (Haupthaus)

Museumsplatz 2
21073 Hamburg

Tel. 040/42871-3609

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Öffnungszeiten

Das Helms-Museum ist Di-So in der Zeit von 10.00-17.00 Uhr für Sie geöffnet.

Eintrittspreise

Erwachsene: 6 Euro
Ermäßigt: 4 Euro
Bis 17 Jahren frei
Inhaber der HamburgCARD ermäßigt

Der Eintritt berechtigt zum Besuch aller Häuser des Helms-Museums

Bei einigen Sonderveranstaltungen gelten gesonderte Eintrittspreise

Neue Ergebnisse vom Hamburger Domplatz:

C-14-Altersbestimmungen der archäologischen Ausgrabungen liegen vor

ZoomDomplatz Hamburg
Domplatz Hamburg

Lange Zeit musste die Frage nach dem Standort der Hammaburg offen bleiben. Mit den jetzt vorliegenden Ergebnissen der C-14-Untersuchungen scheint festzustehen: Die Hammaburg befindet sich, entgegen älteren Annahmen, nicht auf dem Domplatz. Die Archäologen des Helms-Museums konnten nun anhand von C-14-Datierungen neue wissenschaftliche Rückschlüsse ziehen. Zwar haben sie eine Fülle von Spuren aus dem Mittelalter feststellen können, aber sie fanden keine Belege für die bereits 845 von den Wikingern zerstörte Hammaburg.

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Vom 1. Juli 2005 bis Ende 2006 führte das Helms-Museum, das Hamburger Landesmuseum für Archäologie, Ausgrabungen auf dem Hamburger Domplatz durch. Das historisch bedeutsame Gelände gilt als Keimzelle Hamburgs. Die Forschung war sich jedoch nicht einig, ob der Platz auch der Standort der für das heutige Hamburg namengebenden Hammaburg des 9. Jahrhunderts war.

Zum Ende der Grabung im Dezember 2006 legten die Archäologen das Profil eines großen, zu einem Ringwall gehörenden Wallkörpers frei, der sich in dunklem Braun sichtbar von den anderen Erdschichten abhob. Aus wissenschaftlicher Sicht war dieses Profil besonders wichtig, da sich hier in einem eng begrenzten Areal einige der wichtigsten Phasen der frühen Hamburger Stadtgeschichte in übereinander liegenden Kulturschichten abbildeten: Zuunterst fand sich ein Grabensystem unbekannter Funktion, gebildet aus zwei konzentrischen ringförmigen Grabenläufen. In der darüber liegenden Schicht fanden sich die Reste der dreifach ausgebauten großen Wallbefestigung, die den Domplatz umschloss.

ZoomProfil
Profil

C-14-Proben sollen möglichen Hammaburg-Standort nachweisen

Letzten Aufschluss erhofften sich die Archäologen von den Holzkohleeinschlüssen und den Holzresten, die aus dem Profil geborgen werden konnten. Das Alter dieser organischen Reste wurde im Anschluss an die Grabung mit Hilfe der Radiokarbondatierung genau bestimmt. Mit der sogenannten C-14-Datierung ist es möglich, das absolute Alter von organischem Material - z. B. Holzkohle, Holz und Knochen - zu ermitteln. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen liegen nun vor:

ZoomModell der Hammaburg
Modell der Hammaburg

Insgesamt wurden 32 Proben für die C-14-Datierung aus dem Profil entnommen. Zusammenfassend konnte festgestellt werden, dass beide Gräben der Doppelkreisgrabenanlage in die Zeit zwischen 650 und 750 n.Chr. gehören, also lange vor der Hammaburg bestanden haben. Die riesige Wallanlage hingegen, die den gesamten Platz umschließt, erbrachte Datierungen von Holzresten für die Jahre 891 und 983 n.Chr. Damit gehört die Befestigungsanlage auf dem Domplatz mit ihren verschiedenen Ausbauphasen in das ausgehende 9. und 10. Jahrhundert. Mit dem Bau der Verteidigungswerke ist demnach erst zu einer Zeit begonnen worden, als es die Hammaburg, die 845 von den Wikingern zerstört wurde, nicht mehr gab. Die Befestigung wird daher als Domburg gedeutet, erbaut zum Schutz des neuen erzbischöflichen Mariendoms.

Neue Forschungsgelder für die Arbeit der Archäologen bewilligt

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Insgesamt wurde bei der Grabungskampagne 2005/2006 eine Grabungsfläche von etwa 3.500 Quadratmetern archäologisch erschlossen. Schritt für Schritt wurden die historischen Kulturschichten von den Archäologen des Helms-Museums abgetragen, bis zu einer Tiefe von stellenweise über 3 Metern. Mit modernster rechnergestützter Dokumentationstechnik erstellten die Wissenschaftler eine umfangreiche Grabungsdokumentation. Doch nach der Ausgrabung fängt die Arbeit für die Archäologen erst richtig an: Um die Befunde vom Domplatz richtig einordnen zu können, muss das gesamte Material wissenschaftlich bearbeitet und in Zusammenhang mit den älteren Ausgrabungen gebracht werden. "Die Gelder für diese wichtige Arbeit sind jetzt durch die persönliche Vermittlung der Kultursenatorin von der Finanzbehörde bereitgestellt worden", erklärt Prof. Dr. Rainer-Maria Weiss, Direktor des Helms-Museums und Landesarchäologe von Hamburg. "Wir sind froh, dass die notwendigen Mittel für eine breit angelegte Auswertung aufgebracht werden konnten, denn es geht nicht nur um die Rekonstruktion der Vergangenheit, sondern auch darum, das archäologische Erbe der Hansestadt zu bewahren", so Prof. Weiss weiter. Insgesamt 116.000 Euro stehen für die wissenschaftliche Auswertung zur Verfügung. In den kommenden 18 Monaten soll nun ein Grabungsbericht entstehen, der die Ergebnisse der Untersuchungen von 2005/2006 umfassend auswertet und dabei die neuen Ergebnisse sowie die schon bestehenden Fund- und Grabungsdokumentationen früherer Grabungskampagnen zusammenführt. Der Bericht wird voraussichtlich 2009 veröffentlicht werden können.

Weiterhin spannend bleibt die Suche nach dem Standort der historisch belegten Hammaburg. Ihre Reste sind nach wie vor im unmittelbaren Umfeld des Domplatzes zu vermuten, weshalb die Archäologen jede Baumaßnahme in diesem Bereich aufmerksam begleiten werden.

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Ein besonders markantes Bodendenkmahl der Region ist der Burgwall von Hollenstedt aus dem 9. Jahrhundert n. Chr.

Ansprechpartner

Dr. Elke Först (Freie und Hansestadt Hamburg) 040/ 42871-3690
Elke.Foerst@helmsmuseum.de

Dr. Jochen Brandt (Landkreis Harburg) 040/42871-3696
Jochen.Brandt@helmsmuseum.de

Fax: 040/42871-2684

Termine nach Vereinbarung

Ihre Funde begutachten wir auch gern während der allgemeinen Sprechzeiten des Museums am Mittwoch 10.00 bis 12.00 und 14.00 bis 16.00 Uhr