Befunde aus der Dom-Epoche

Bis heute fehlt jeder archäologische Hinweis darauf, wo genau Erzbischof Ansgar 831/32 seine Domkirche erbauen ließ. Auch die laufenden Grabungen haben hier keine Klarheit schaffen können. Als gesichert darf allerdings gelten, dass der Dom von der Zeit um 900 an seinen Standort auf dem Domplatz hatte. Die Archäologen konnten aber eine Reihe von Befunden zu dem 1804-07 abgerissenen gotischen Dom sammeln. Unter anderem stieß man auf die Spuren des ehemaligen Friedhofs, von dem sich Einzelbestattungen, gemauerte Grüfte und große Knochenlager fanden. Für einige Jahre barg der Hamburger Dom sogar ein Papstgrab: Papst Benedikt V. war zunächst hier begraben, bevor seine Gebeine 999 nach Rom transferiert wurden. Zu seinen Ehren wurde am Ende des 13. Jahrhunderts ein reich mit polychromen Wandfliesen verziertes Scheingrab, ein so genanntes Kenotaph, errichtet. Reste dieser Grabstätte wurden nun während der Ausgrabung geborgen.
Die frühe Siedlungsentwicklung
In der Hamburger Stadtgeschichtsforschung wird allgemein davon ausgegangen, dass die älteste Siedlung des beginnenden 9. Jahrhunderts am Domplatz und am Reichenstraßenfleet südwestlich davon zu suchen ist, wo sich der älteste Markt und ein Schiffslandeplatz befanden. Nach den Grabungen auf dem Domplatz deutet sich aber an, dass Hamburgs Besiedlung nicht im Süden an Bille und Elbe ihren Anfang genommen hat, sondern vielmehr im Norden nahe St. Petri und zur Alster hin.
Das Johanneum: Spuren des ältesten Gymnasiums Hamburgs

Zu Beginn der Ausgrabung ergab sich für die Wissenschaftler noch einmal die Gelegenheit, mit dem 1837-40 errichteten Johanneum ein Bauwerk der profanen Backsteinarchitektur Hamburgs aus der Zeit vor dem großen Stadtbrand von 1842 bauarchäologisch zu untersuchen. Hamburgs bedeutendste Bildungsstätte und Gelehrtenschule mit langer Tradition wurde 1943 durch Fliegerbomben zerstört - zurück blieben nur die Fundamente. Die Gebäudereste wurden im Zuge der Ausgrabung dokumentiert und zum Teil abgetragen. Eine limitierte Anzahl der "prominenten" roten Backsteine des Johanneumsgebäudes konnte geborgen und aufgearbeitet werden. Diese steinernen Zeugen der Hamburger Geschichte können nun über das Helms-Museum als Erinnerungsstücke erworben werden.
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