Im Zentrum des Interesses: Die Hammaburg
Gerade in Bezug auf die Hammaburg konnten wesentliche Einblicke gewonnen werden. Eines scheint heute festzustehen: Die Burganlage befindet sich, entgegen älteren Annahmen, nicht auf dem Domplatz. Die Archäologen konnten zwar eine Fülle von Spuren aus dem Mittelalter bis in die heutige Zeit sichern, aber sie fanden keine Belege für die bereits 845 von den Wikingern zerstörte Hammaburg. Lange Zeit schien die Frage der Hammaburg bereits entschieden zu sein, konnte doch bei den Grabungen in den Nachkriegsjahren auf dem Domplatz eine mächtige Ringwallanlage mit vorgelagertem Wehrgraben aufgedeckt werden, die nach damaligem Kenntnisstand in das frühe 9. Jahrhundert zu datieren war. Heute wissen die Archäologen, dass mit dem Bau dieser Burganlage erst im ausgehenden 9. oder frühen 10. Jahrhundert begonnen worden ist, so dass der Ringwall für die Hammaburgzeit nicht in Frage kommt. Die Befestigung wird daher als Domburg gedeutet, erbaut zum Schutz des erzbischöflichen Mariendoms. Die Verteidigungswerke aus der Zeit um 900 sind bei den Grabungen der vergangenen Monate noch einmal untersucht worden. Dabei konnten die Wissenschaftler gerade in der letzten Phase der Grabung noch einige wichtige Beobachtungen machen. Danach ist der Wallring der Domburg, anders als bisher vermutet, auch nach Süden zur Bille und Elbe hin geschlossen, und auch ein zuletzt entdeckter Wallabschnitt an der Buceriusstraße scheint zu der Befestigungsanlage zu gehören. Das Augenmerk der Wissenschaftler richtet sich nun besonders auf die Flächenabschnitte an der nördlichen Domstraße und den Vorplatz südlich von St. Petri sowie auf die Trasse der Buceriusstraße, wo möglicherweise weitere archäologische Untersuchungen erforderlich werden.

Die Archäologen vermuten den Standort der Hammaburg nun weiter östlich, im Verlauf der späteren Hamburger Stadtbefestigung, des sog. Heidenwalls, der um 1200 das Stadtgebiet zwischen Alster und Elbe/Bille als Abschnittswall nach Osten schützte. Es ist davon auszugehen, dass der Wallkörper der Hammaburg bei dem Angriff der Wikinger nicht abgetragen wurde, sondern weitgehend erhalten blieb. Die Wissenschaftler nehmen an, dass der Heidenwall auf den Resten der ehemaligen Hammaburg errichtet worden ist.
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